Jedermänner Berichte 2015
Jedermänner Tour vom 20. bis 22. September 2015
Hohentwiel – Sipplingen/Bodensee
Ende Okt. 2015; Horst Zimmermann
Lange Zeit ins Jahr hinein tut sich nichts. Soll unsere traditionelle 3-Tagestour ausgerechnet in unserem Jubiläumsjahr – 50 Jahre Jedermann-Gruppe beim TVE – gar ausfallen? Da nimmt unser langjähriger Mitturner Reinhard Staudacher die Sache in die Hand und plant, organisiert und führt uns 3 tolle Tage um den westlichen Bodensee in ein Gebiet, wo wir bisher noch nicht miteinander waren. Alles klappt, das Wetter macht mit, wir genießen bei viel Sonne und angenehmen Temperaturen. Unterstützt hat wie immer Edmund Schrödel, beiden schon hier vielen Dank.
Sonntag, den 20. Sept. 2015
16 Jedermänner treffen sich bei der Marktschule zum Start.
Teilnehmer: Rolf Bauer, Alfred Bitzer, Reinhard Bujok, Armin Fink, Hermann Hespe, Helmut Jansen, Robert Kehle, Eckhart Lemperle, Herbert Reiser, Edmund Schrödel, Horst Schurr, Reinhard Staudacher, Peter Thierwald, Horst-Dieter Wachter, Günther Walter, Horst Zimmermann.
Gegenüber der ursprünglichen Planung fahren wir 1 Stunde später um 8.30 mit 5 PKW`s ab: Wendlingen – AB über Böblingen nach Singen, Ankunft gegen 10.00 Uhr auf dem P der Landesgartenschau.
Von hier aus machen wir bei schönem, etwas kühlem Wetter eine herrliche Wanderung von knapp 15 km meist auf dem Prämienwanderweg „Hohentwiel“ um Staufen und Hohentwiel. Wir genießen immer wieder die Ausblicke zur Burgruine und ins Hegau hinaus zu den in ihrer Form einmaligen Vulkankegeln, allen voran dem bizarren Hohenstoffeln.
Gegen Schluss der Wanderung steigen wir auf felsigen Wegen hinauf zur riesigen Burgruine Hohentwiel. Wir informieren uns interessiert über die besondere Geschichte dieses südlichen Zipfels des ehemaligen Herzogtums Württemberg anhand der Info-Tafeln, finden Vermerke zu Ebersbachs berühmt berüchtigten Sohn, dem „Sonnenwirtle“, der Ende 1753 zu lebenslanger Haft verurteilt und hier eingekerkert wurde. (Die eigentlich ausbruchsichere Burg schaffte er erst beim zweiten Versuch nach 2 Jahren in der Christnacht 1755 mit spektakulärem Ausbruch.)
Wir genießen die großartige Aussicht vom Hohentwiel hinaus ins Hegau, auf den Untersee mit Radolfzell und der Insel Reichenau und rasten unterhalb der Burgruine auf der Terrasse des Hotel Restaurant Hohentwiel. Weiter geht‘s hinab nach Singen zum Parkplatz. Gegen 16.00 Uhr fahren wir ca. 30 km nach Sipplingen am Überlinger See zum Landhaus Sternen, herrlich über dem Ort gelegen mit schönem Blick zum Bodensee, den Bodanrück und zum Schweizer Seeufer.
Der Chef persönlich, Küchenmeister Schirmeister, empfängt uns und teilt uns mit seiner tiefen Bass- stimme scheinbar etwas unfreundlich die Zimmer zu. Wir sollten uns hier sehr wohlfühlen, wenn der Chef auch Rolf das Akkordeon-Spielen am 1. Abend nicht und am 2. Abend nur eingeschränkt erlaubt hat. Gegen 18.30 treffen wir uns zum Abendessen, wir genießen das vorzügliche Essen – ein 4-Gänge Menue mit Auswahlmöglichkeiten, Qualität außergewöhnlich. Essen, Schwätzen, Bodensee-Viertele schlotzen, Biertrinken – bis gegen 23.00 Uhr und auch deutlich später, was auf die sehr differenzierte Kondition schließen lässt.
Montag 21. Sept. 2015: Schon der Morgen zeigt an, dass es einen sonnigen Tag geben wird, nur noch wenige Wolken sind zu sehen. Es wird der Tag, an dem sich der Säntis zeigt! Gegenüber der ursprünglichen Planung verschieben wir am Morgen alles um eine Stunde. Nach gutem und reichlichem Frühstück starten wir 16 Jedermänner um 10.00 Uhr und wandern vom Hotel hinunter zum See und am Ufer entlang zum Bahnhof Sipplingen. Wir fahren mit dem Zug nach Überlingen Therme und beginnen hier eine angenehme Wanderung am See entlang; zunächst nach Überlingen. Wir bestaunen das schöne Städtchen, stehen zu Aufnahmen bereit am spektakulären Bodenseereiter-Brunnen des Künstlers Peter Lenk (hoch zu Ross Martin Walser).
Am See entlang wandern wir über Nußdorf durch erntereife Weinberge zur großartigen Barock- Klosterkirche Birnau. Gegen 13.30 – 14.30 halten wir Einkehr und genießen Mittagessen bzw. Kaffee auf der Terrasse am See des Rebmannhofes mit herrlichem Ausblick. Mit Helmuts Fernglas unterstützt erblicken wir den Säntis, einige können im weißen Wolkenband am Horizont Schneeberge bis zum Matterhorn(??) ausmachen. Wir wandern am See weiter über Seefelden nach Unteruhldingen. Dort lassen wir uns in einer 1-stündigen Führung von den Pfahlbauten – Weltkulturerbe – begeistern. Wir besteigen ein Linienschiff gegen 17.00 Uhr. Auf dem obersten Deck genießen wir die knapp 1-stündige Fahrt auf dem See, es ist kühl und sonnig, wir haben eine herrliche Sicht und können unsere Wanderstecke vom Schiff aus zurückverfolgen. Von Unteruhldingen geht es über Dingelsdorf nach Überlingen und von dort mit dem Zug nach Sipplingen, wo wir gegen 19.00 das Hotel erreichen.
Um 19.30 treffen wir uns im Restaurant und werden von Küchenmeister Schirmeister ordentlich verwöhnt!!! Rolf darf sogar eine begrenzte Zeit sanft auf dem Akkordeon aufspielen, er tut das wie gewohnt meisterlich. Erschöpft vom großen Tagesprogramm löst sich das Gros der Gruppe gegen 23.00 Uhr auf.
Dienstag, den 22. September 2015: Es wird der Tag der technisch Interessierten, aber auch Geschichtsbegeisterte kommen auf ihre Kosten.
Start am Hotel gegen 09:15 nach gutem Frühstück, Auschecken, Fotos zum Abschied, 15 Mann machen sich auf Tour, nachdem uns Robert wegen eines Privattermins verlassen hat. Steil geht’s hoch, der Anstieg etwa 300 m recht beschwerlich, hinauf auf den Sipplinger Berg zum Werk der Bodensee-Wasserversorgung. Dort sind wir auf 11:00 Uhr bestellt, erhalten eine sehr gute Führung und sind fasziniert von diesem für unser Land so wichtigen Nachkriegsunternehmen, das für die geordnete, sichere Wasser-Versorgung des Großraums Stuttgart so außerordentlich bedeutend ist.
Wir wandern weiter zum etwa 1 km entfernten Haldenhof, wo der Tisch für uns gedeckt ist. Hier essen wir, besprechen die vergangenen Tage, Edmund Schrödel hält eine Dankrede für Reinhard, der diese Tage so toll vorbereitet hatte, alles war gut gelungen, sogar das Wetter ließ keine Wünsche offen. Ein letztes Genießen der Aussicht vom Haldenhof und gegen 14:30 steigen wir ab nach Sipplingen und machen uns auf die Fahrt nach Friedrichshafen.
Der Verkehr ist ein Ärgernis, bei einsetzendem Regen erreichen wir gegen 16:30 Uhr den P der Zeppelinwerft in Friedrichshafen. Um 17:00 beginnt hier unsere Führung im Zeppelinwerk durch einen kompetenten Meister seines Faches. Alle lauschen gespannt dem Führer bei seinen industriegeschichtlich interessanten Ausführungen zu einer einst revolutionären Technik, die aber durch andere Entwicklungen des Flugmarktes nun ein Schattendasein führt.
Aus vielen Gründen bleibt uns bei unserer Jedermann-Tour nach diversen Zugfahrten, einer Schifffahrt, das Highlight „Luftschifffahrt mit dem Zeppelin“ allerdings versagt, aber das kann ja jeder bei Bedarf nachholen.
Fast 200 km Heimfahrt mit dem Auto folgen, alles funktioniert.
Unsere 27. JedermännerTour 2015 war eine tolle Sache. Dank gilt besonders Reinhard Staudacher für seine großartige Arbeit, den 5 Autofahrern und Edmund Schrödel, dem Anschucker und Mitorganisator.










